Kameratypen – ein Überblick über verschiedene Bauformen

Die Anzahl der Kameramarken und -modelle am Markt scheint heute nahezu unüberschaubar. Dennoch lassen sich Kameras grob in vier verschiedene Kameratypen einordnen. Es sind dies die Kompaktkameras, die Bridgekameras, die sogenannten Systemkameras und die Spiegelreflexkameras.

Kompaktkameras

Wie der Name bereits verrät zeichnet sich dieser Kameratyp durch seine kompakten Abmessungen aus. Dies wird dadurch erreicht, dass sich das Objektiv bei Nichtbenutzung komplett in das Gehäuse einfahren lässt. Kompaktkameras passen üblicherweise problemlos in eine Jacken- oder sogar Hosentasche. Sie besitzen ein geringes Gewicht von etwa 100-400 Gramm. Damit sind sie der ideale Begleiter für Reisen und als Immer-dabei-Kamera wunderbar geeignet. Motivwahl und Fokussierung geschehen über das Display auf der Rückwand.

Allerdings besitzen Kompaktkameras auch ihre Nachteile. Die Objektive sind fest verbaut und können nicht gewechselt werden. Üblicherweise deckt der Zoombereich von Kompaktkameras aber die meisten Anforderungen ab. Allerdings sind die Objektive oftmals auch nicht sehr lichtstark. Kompaktkameras sind ganz auf Anwenderfreundlichkeit im Hinblick auf Amateure konzipiert. Sie bieten nur einfache Einstellungsmöglichkeiten. Dadurch wird dem Laien das Fotografieren vereinfacht, aber der Kenner fühlt sich nicht selten in seiner Kreativität eingeschränkt. Gehobene Kompaktkameras bieten allerdings auch die Möglichkeit, Blende und Belichtungszeit manuell auszuwählen. Ein Filtergewinde zur Montage von Zubehör fehlt bei Kompaktkameras in der Regel. Auch verfügen sie nur selten über einen Blitzschuh, meist ist aber ein kleiner Blitz eingebaut.

Die Sensorgröße ist nicht bei jeder Kompaktkamera gleich. Die günstigsten Modelle haben Sensoren, die nur wenige Millimeter groß sind, üblich sind 7,2 x 5,4 und 8,8 x 6,6 Millimeter. Einige wenige gehobene Modelle besitzen dagegen Sensoren, die schon fast so groß sind wie bei einer Spiegelreflexkamera.

Systemkameras

Das Gehäuse einer sogenannten Systemkamera ist nur unwesentlich größer als bei einer Kompaktkamera. Allerdings unterscheidet sich dieser Kameratyp in einem wesentlichen Merkmal: Die Objektive sind wechselbar wie bei einer Spiegelreflexkamera. Dadurch kann die Systemkamera vielen verschiedenen Bedürfnissen und Motiven angepasst werden. Auch besitzt die Systemkamera gegenüber der Kompaktkamera viel mehr Möglichkeiten zur Verwendung von Zubehör. Bei der Ausstattung unterscheiden sich die verschiedenen Systemkameras jedoch stark. Einige bieten eine professionelle Steuerung, die schon auf gleichem Niveau wie bei einer Spiegelreflexkamera liegt, andere lassen dagegen nicht mehr Einstellungen zu als eine günstige Kompaktkamera. Auch die Sensoren sind sehr unterschiedlich. Manche Systemkameras haben sehr kleine Sensoren wie man sie von Einsteiger-Kompaktkameras kennt. Viele haben jedoch Sensorgrößen zwischen 13,2 x 8,8 und 22,2 x 14,8 Millimeter. Motivwahl und Fokussierung geschehen auch bei Systemkameras meist über das rückwärtige Display, gehobene Modelle haben aber auch einen elektronischen Sucher.

Spiegelreflexkameras

Dieser Kameratyp zeichnet sich dadurch aus, dass das Bild hier über einen Spiegel durch einen optischen Sucher betrachtet werden kann. Dadurch ist eine sehr genau Kontrolle von Schärfe und Bewegungen des Motivs möglich. Allerdings sind diese Kameras dadurch auch vergleichsweise groß und schwer.

Die Sensoren sind bei Spiegelreflexkameras viel größer als bei Kompaktkameras. Es gibt zwei übliche Sensorgrößen: APS-C (ca. 23 x 15 Millimeter) und Vollformat (24 x 36 Millimeter). Letzteres entspricht einem klassischen Kleinbild-Negativ. Durch die großen Sensoren bieten Spiegelreflexkameras auch die beste Bildqualität.

Bei allen digitalen Spiegelreflexkameras lassen sich die Objektive wechseln. Vom Ultraweitwinkel bis zum Makro- und Tele-Objektiv ist alles verfügbar und es lassen sich die Kameras allen Anforderungen anpassen. Die Auswahl an Zubehör ist nahezu endlos.

Die großen Sensoren und die optischen Sucher sind zusammen mit der Wechselbarkeit der Objektive ein Alleinstellungsmerkmal unter den Kameratypen. Spiegelreflexkameras sind daher das Mittel der Wahl für Profis und semiprofessionelle Freunde der Fotografie.

Bridgekameras

Bridgekameras besitzen eine Gehäuseform ähnlich einer kleinen Spiegelreflexkamera. Die Objektive lassen sich jedoch im Gegensatz zu diesen nicht wechseln. Oftmals wird dies dadurch kompensiert, dass Objektive mit besonders großem Zoombereich verbaut werden. Die Sensorgrößen bei Bridgekameras sind ähnlich denen bei den Systemkameras. Die Bedienung und Einstellmöglichkeiten ähneln einer Spiegelreflexkamera aus dem Einsteigersegment.